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Wie die persönliche Transformation mit taoistischen Naturprinzipien gelingt. – Teil 3

In den letzten beiden Newslettern zum Thema Transformation ging es um die Betrachtung der Transformation und ihrer Prinzipien. Hier Teil 1 und Teil 2 zum Nachlesen. Eine Erkenntnis daraus ist, Transformation findet statt, es ist eine untergründige ständig vorhandene Kraft, ein Wirkstrom, der uns umgibt. Je mehr wir uns mithilfe daoistischer Naturprinzipien damit verbinden, umso mehr werden wir uns weiter entwickeln und tiefgreifende Erfahrungen machen.

Wie schon beschrieben, findet Veränderung immer statt. Nun kommen wir zu den Eintrittspforten des Transformationsstromes. In dieser Folge beschreibe ich einen kraftvollen und herausfordernden Auslöser, den eigenen Einsatz.

3. Opfer bringen

Alles wandelt und verändert sich, zu unserer Freude und zu unserem Erschrecken. Wenn der Wald abbrennt oder ein Teil des Waldes, mit all dem Schrecken und den Konsequenzen, führt es doch dazu, dass neue Bäume sprießen, auch solche, die ohne das Feuer überhaupt nicht hätten wachsen können. Eine von einem Blitz getroffene und umgekippte Weide treibt wieder aus, so dass anschließend dort viele kleine Weiden stehen.

Möglicherweise standen die Menschen früher mit den Prinzipien von Zerstörung und Erneuerung stärker in Kontakt und brachten Opfer, um damit größeren Zerstörungen zuvor zu kommen. Klar bewerten wir das heute mit unserer aufgeklärten Sicht: Alles Aberglaube.

In dem Märchen, die weiße Schlange bin ich immer wieder an der Stelle erschrocken, wo der Held sein Pferd schlachtet, um die jungen Raben zu füttern. Später retten ihn die inzwischen heran gewachsenen Raben das Leben, indem sie ihm einen goldenen Apfel vom Baum des Lebens bringen. Als er diesen mit der Prinzessin teilt, fließt Liebe in ihr Herz und zwischen den beiden – und das Märchen geht gut aus.

Opfer tun weh

In unseren modernen Zeiten ist es nicht populär Opfer zu bringen. Jede neue Abgabe und Einschränkung der eigenen Komfortzone wird bejammert und beklagt. Klar, es wird gespendet, so dass es einem selbst nicht weh tut, steuerlich absetzbar ist und am besten noch das eigene Ansehen steigert. Dagegen ist nichts einzuwenden. Das ist hier aber nicht gemeint. Ein Opfer tut weh, fordert heraus, ist ein echter Einsatz und jetzt kommt es: ist ein Transformationsauslöser.
Ein Beispiel sind Menschen, die selbst Kinder bekommen und aufziehen, sie bringen echte Opfer. Schlagen sich Nächte um die Ohren, indem sie einen kleinen Menschen durch die Wohnung tragen, stellen eigene Bedürfnisse, Interessen und Spaßerlebnisse hinten an, betrachten die Welt auf einmal mit ganz anderen Augen, sitzen statt in der Businessbesprechung oder vor dem Schreibtisch auf einmal neben und in der Sandkiste – und werden zu Mutter oder Vater. Eine echte Transformation! Dazu gehört, das auch das Geld plötzlich knapp wird, der selbstverständliche Urlaub in Frage gestellt wird und andere Einschränkungen der eigenen Freiheit hinzu kommen.

Keine Kontrolle
Echte Transformationen sind nicht mehr aufzuhalten. Sie bringen uns an den Rand des Nervenzusammenbruches und sie enthalten Erlebnisse voller Glück und Entzücken – und sind nichts für Feiglinge. Kontrolle? Kann man vergessen!
Das besondere an der Transformation ist, dass sie sich unserer Kontrolle entzieht. Gesteuerte und durchgeplante Transformation ist Bullshit. Ist Kontrollwahn oder spirituelle Veräppelung.
Transformation gelingt an besten, wenn man oder frau sich den Ereignissen anvertraut. Dazu gehört Mut.

Mut wird belohnt

Da opfert eine viele Stunden ihrer freien Zeit um dem Kindergarten ein Dach über den Köpfen zu zimmern. Ehrenamtliche Helfer schenken ihre Zeit, sitzen an der Bettkante oder am Telefon und bekommen Horizonterweiterung und Wirksamkeit geschenkt. Oder erleben dann gleich mit, dass die eigene Ehe zerbricht und Raum für Neues entsteht. (Das war jetzt die Kurzfassung, die Langfassung ist schmerzhaft, teuer und kostet Zeit.)

Gefährten und Gefährtinnen

Jetzt ist die Zeit vor Ostern, die traditionelle Fastenzeit. Da viele Menschen nun gerade verzichten und Opfer bringen, zum Beispiel keinen Alkohol, keine Süßigkeiten, nicht Fluchen, nicht Jammern, kein Fernsehen etc. – und oder dafür Anderes setzen wollen, wie Dankbarsein, Witze erzählen, mehr Sport machen, Beten, Tanzen und Ähnliches, entsteht ein Feld der Veränderung. Kurz gesagt, da ist ein Energiestrom alte und zur Belastung gewordene Gewohnheiten aufzugeben. Es ist eine gute Zeit anzuknüpfen, denn es geht leichter, wenn andere auch dabei sind.

Wer alte Gewohnheiten hinter sich lässt, hat Raum für Neues.

Alte Gewohnheiten zu opfern ist eine Transformationspforte.

Reinigende Kräutertees, tägliche Spaziergänge, Meditation am Morgen und am Abend, all dies ist gut und unterstützend.

Kein Wellnessspaziergang

Und damit es nicht nur ein Wellness-Spaziergang bleibt, kommt eine Frage als Wegweiser: Was fällt schwer?

Meistens sind das liebgewordene und bequeme Angewohnheiten, die uns dennoch von den eigenen tiefer liegenden Wünschen und Sehnsüchten wegbringen. Diese Sehnsüchte vielleicht einlullen und betäuben, so dass wir den Ruf nicht hören können.
Nun in der beginnenden Frühlingszeit ruft es wieder. Ist es der Frühlingsvogel? Oder die eigene Stimme?