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Transformation – Wie die persönliche Transformation mit taoistischen Naturprinzipien gelingt. – Teil 2

Alles kann ganz anders sein.

 

Einladung

Dies ist eine Einladung bisherige Vorstellungen einmal in Frage zu stellen. Zur Erinnerung: es geht um Wandlung und Transformation.
Jeder der einmal etwas gesät hat und eine Vorstellung davon hatte, wie das Blumenmeer oder der Salatgarten danach aussehen würde, kennt diese Art Überraschung: Es wächst gar nichts oder etwas völlig anderes und dann Jahre später ist der Garten voll mit blauen Glockenblumen, die in den Jahren davor partout nicht wachsen wollten. Was wir sähen wird aufgehen, nur wann und wie entzieht sich unserer Kontrolle.
– Wie wäre es, wenn wir die Aufzucht unserer Ideen und Samenkörner dem Wirken unterirdischer Kräfte überlassen?

Das Ziel als Blockade
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, so wird und wurde uns eingebläut. Durchhalten und das Ziel verfolgen, egal wie weh es tut, egal wie falsch es sich anfühlt.
Wer nur auf das Ziel schaut, sieht den Weg nicht, der in Schlangenlinien verläuft. Kein natürlicher Fluss ist vollkommen gerade. Alle Bäche und Flüsse schlängeln sich durch die Landschaft, denn das Wasser sucht den leichtesten Weg. Und ein Fluss hat an verschiedenen Stellen ganz unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten. In der Mitte sehr schnell, am Rande langsamer und unterschiedlich schnell an den Innen und Außenseiten einer Kurve. Ach, was für eine Reise!
Wer einmal an der Nordsee ist, kann dies an den Prielen beobachten. Achtung, manche verwandeln sich, wenn die Tide kippt in reißende und gefährliche Bäche. Dort im Watt lässt sich beobachten, mit dem Willen allein ist kein Weiterkommen. Das Wissen über die Gezeiten, über Ebbe und Flut und die sich daraus ergebenden Fließrichtungen der Priele, machen den Weg mit dem Boot oder zu Fuß erst möglich.
– Wie wäre es, wenn nicht nur die Nordsee Gezeiten hat, sondern auch unser Wirken? Wie wäre es, die Ziele los zu lassen und sie dem eigenen inneren Gezeitenstrom zu übergeben?

Anders als gemeinhin gedacht

Yin und Yang, schwarz und weiß, Tag und Nacht. Diese sich wandelnden Gegensätze kennen wir alle. In der Naturphilosophie des Daoismus gibt es auch die Zehntausend Dinge. Aus der Begegnung von Yin und Yang entsteht etwas Neues und dies bringt die zehntausend Dinge hervor.

„Der Weg erzeugte Eins.

Eins erzeugte Zwei.
zwei erzeugte Drei.

Und Drei erzeugte die zehntausend Dinge.“

Laotse
Zehntausend Möglichkeiten der Wirklichkeit. Zehntausend Vorstellungen– und die eigene ist nur eine davon. Wie die Erde nur einer von unzähligen anderen Planeten in der Milchstraße ist, und jede und jeder ein Mensch von sieben Milliarden, mit Gefühlen, Ängsten, Sehnsüchten und Vorstellungen. Zehntausend war damals als Laotse das Tao Te King aufschrieb schon eine große Zahl.
– Wie wäre es die eigenen Vorstellungen neben die zehntausend anderen zu stellen?

Vorstellungen verabschieden

Feste Vorstellungen aufrecht zu erhalten ist anstrengend und verbraucht viel Kraft. Wer einmal versucht hat ein bestimmtes Gewicht zu erreichen, wird dies bestätigen. Feste Vorstellungen können Veränderungen behindern und die Erfüllung von Wünschen unmöglich machen.

Vorstellungen verabschieden dagegen kann Veränderung und Transformation auslösen:
– Das kann die Vorstellung sein, ein bestimmter Mann soll sich doch bitte endlich in den entzückenden Traumprinzen verwandeln, der in die übliche Traumfantasie passt. Und der das aber nicht tut. Vielleicht macht es viel mehr Spaß mit diesem einen Berg zu besteigen oder neue Eissorten zu erfinden. Ohne Pläne, ohne Fangarme, einfach nur so? Weil es viel leichter ist.
– Oder die Großtante mit Vermögen, die doch bitte endlich großzügig mit ihren Ersparnissen umgehen sollte und die Verwandten beschenken. Vielleicht hat sie etwas ganz anderes zu geben? Vielleicht ihre Geschichten, Erlebnisse und Träume, vielleicht ihre Weisheit. Und sie versteht nicht, warum gerade davon keiner hören will. Wo das doch ihr wahrer Schatz ist.
-Oder der Chef soll endlich die Arbeit loben und mehr Gehalt zahlen. Dabei ist es vielleicht viel besser, wenn er endlich die Kündigung ausspricht, damit eine ganz bestimmte Frau endlich in Gange kommt und ihr eigenes Geschäft aufmacht. Mit all den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
Wir glauben oft zu wissen wo es lang gehen soll – was wenn gerade dieses vermeintliche Wissen das größte Hindernis ist?

Und dann?

Aber was passiert, wenn ich Vorstellungen loslasse, zum Beispiel eine gute Mutter zu sein, eine geschätzte Kollegin, einen tollen Job zu ergattern, diesen Mann glücklich zu machen, eine tolle Wohnung zu kaufen, reich zu werden, erfolgreich zu sein, berühmt zu werden, anderen zu gefallen, etwas darzustellen?
Was bleibt dann übrig?
Vielleicht nichts. Vielleicht ein Trümmerhaufen, der sich echt anfühlt. Vielleicht Tränen.
Vielleicht Neugierde und Freude auf das, was dann kommt.

In Bewegung kommen

Unterstützung beim Loswerden fester Vorstellungen bieten zum Beispiel folgende Tätigkeiten:

– Lange Spaziergänge,
– Reisen in andere Länder
– Wanderungen in andere Stadtteile
– das Besuchen von bisher unbekannten Lokalen
– entspanntes Spielen mit Kindern
– Tanzen
– mit einem Hund Gassi gehen ( wenn man das sonst nicht tut)
– auf ein Tantraseminar gehen
– einen Yogakursus besuchen ( besonders wenn man dies noch nie getan hat)
– mit dem Bus/ der Bahn zur Endstation fahren und sich dort umschauen
– sich einmal in pink oder in grellgrün kleiden und Reaktionen der Mitmenschen beobachten
– Träume aufschreiben und malen
– Zu anderen Zeiten als sonst aufstehen
– Meditieren

Elixiere

No 4 – das Elixier um in die Tiefe zu tauchen, kann lästige Gedanken abmähen und hilft Scheitern zu akzeptieren.
No 5 – der biegsame Bambus, kann (körperliche) Blockaden in Bewegung zu bringen.
No 10 – Der tiefe Brunnen wird gefüllt und No 12 – Weißer Lotus, stärken die Essenz (ideal als Kur) wenn das Wandeln fester Vorstellungen Unsicherheit und Befürchtungen auslöst.
No 8 – Meißel der Erstarrtes löst, kann alles was regide, metallisch, feststeckend und verbittert ist, wandeln; befeuchtet.